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1. Weltkrieg und Weimarer Zeit

Datum Chronikeintrag: 14. Oktober 1914

Das 20. Jahrhundert begann mit Ereignissen, die die Entwicklung eher hemmten als sie zu begünstigen. Es gab in Enkhausen zwar elektrisches Licht und eine neue Wasserleitung. aber 1914 begann der 1. Weltkrieg. Anfangs gab es noch vielfach Begeisterung, doch mit zunehmender Dauer des Krieges wurde die Lage immer ernster. Die kriegswichtigen Güter wurden streng bewirtschaftet. Es gab Gefallenen- und Vermisstenmeldungen, aber keine unmittelbaren Kriegshandlungen des Feindes im Dorf. Enkhausen beklagte 7 Gefallene oder Vermisste, aus dem gesamten Kirchspiel kamen 80 Männer nicht aus dem Krieg zurück.

Es folgten die schweren Nachkriegsjahre mit Teuerungen nie gekannten Ausmaßes. Theodor Simon berichtet in seiner Chronik zum Alten Kirchspiel Enkhausen über diese Preise: Im Januar 1923 kosteten zehn Altarkerzen 7.500 Mark kosteten. Am 16. August 1923 berechnete das Kreiselektrizitätswerk Arnsberg für eine 100-Watt-Glühbirne 14.400 Mark. Die Änderung der Lichtanlage in der Laurentiuskirche kostete im September 863 702 165 Mark. Kaufmann und Gastwirt Wilhelm Flügge berechnete am 21. Oktober 1923 für die Unterbringung und Verpflegung von 3 Elektrikern für 2,5 Tage 7 500 000 000 Mark. Am Ende hatten 1 Billionen Papiermark den Wert von 1 Goldmark, der Währung vor dem 1. Weltkrieg. Mit Einführung der Rentenmark wurde die Inflation gestoppt. Das Geld hatte wieder einen Wert, aber die Ersparnisse der Menschen waren dahin. Von Unruhen, wie sie in vielen Städten vor allem wegen der Arbeitslosigkeit aufkamen, war in den Dörfern des Alten Kirchspiels Enkhausen wenig zu bemerken.

Noch vor der Weltwirtschaftskrise von 1929 entwickelten sich im Alten Kirchspiel Enkhausen einige Betriebe. Die Röhrenwerke Carl Froh in Hachen und Schmacke & Kumpmann in Stemel, das Drahtwerk Goswin, Kettenfabriken in Hachen und Hövel sowie einige Holz verarbeitende Betriebe in Langscheid und Hachen sorgten für Arbeitsplätze. In Enkhausen selbst gab es außer der Landwirtschaft und einiger selbstständiger Handwerker und der Kornbrennerei Lampe, keine Industrie.

 

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